CBD gegen Hautkrankheiten: Kann das Cannabinoid zu gesünderer Haut verhelfen?

Cannabidiol wird seit Jahrzehnten als therapeutisches Hilfsmittel bei verschiedenen Erkrankungen eingesetzt. Neuere Studien haben gezeigt, dass CBD auch verschiedene Hauterkrankungen potenziell lindern kann. Im Allgemeinen hat der Körper Cannabinoid-Rezeptoren, die im Gehirn dicht besiedelt sind. Auch andere wichtige Organe wie die Haut haben diese Rezeptoren. Das bedeutet, dass CBD in der Lage ist, eine Vielzahl von Hauterkrankungen zu lindern und die Hautpflege- und Schönheitsindustrie sowie den gesamten Gesundheitssektor revolutionieren könnte.

Die Haut ist das größte Organ im menschlichen Körper. Eine seiner Hauptfunktionen ist der Schutz des Körpers vor äußeren Einflüssen und seine Funktion als erste Verteidigungsbarriere des Immunsystems. Weitere wichtige Funktionen der Haut sind die Kontrolle der Körpertemperatur, die Aufrechterhaltung des hydroelektischen Gleichgewichts und die Wahrnehmung schmerzhafter oder angenehmer Reize. Jede Veränderung der Funktion oder des Aussehens der Haut kann wichtige Folgen für unsere körperliche und geistige Gesundheit haben. Viele der Probleme, die in der Haut auftreten, sind auf die Haut alleine beschränkt. In einigen Fällen kann die Haut jedoch eine Erkrankung des gesamten Körpers aufdecken.

Entwicklung von Pharmazeutika in der Dermatologie

Fast 37% der Patienten in der primären Gesundheitsversorgung haben eine akute oder chronische Hauterkrankung. Mit diesem Hintergrund ist es erstaunlich, wie wenig neue Medikamente entwickelt werden, um diese Erkrankungen zu behandeln. Ein entscheidender Grund, warum nur wenige Pharmaunternehmen Medikamente gegen Hautkrankheiten entwickeln, ist, dass die wirtschaftliche Rendite solcher Medikamente im Vergleich zum Markt für Arzneimittel für andere Erkrankungen relativ gering ist.

CBD als Wundermittel gegen Dermatitis

CBD in der Dermatologie

Ursprünglich geht die Verwendung von zur  Cannabis zur Therapie von Hautausschlägen, Geschwüren, Wunden und Haarausfall auf das alte China zurück. Es gibt auch archäologische Beweise dafür, dass Cannabispräparate von den alten Ägyptern zur Behandlung von Augenerkrankungen und auch in Verbänden für Wunden verwendet wurden. Zudem wurden Cannabisblätter wurden in der mittelalterlichen arabischen Medizin zur Therapie von Hautkrankheiten verwendet.

In jüngerer Zeit, etwa Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, vor dem Verbot, wurden Tinkturen von Cannabis häufig in Apotheken verkauft. Sie wurden unter anderem gegen Schwielen, gereizter Blase, Menstruationsschmerzen und als Mittel zur Bekämpfung der Opiumsucht eingesetzt.

Trotz dieser langen Geschichte des medizinischen Cannabiskonsums ist die Verwendung von CBD für Hautkrankheiten ein noch eher junges Forschungsgebiet. Klinische Daten über die Verwendung von CBD in der dermatologischen Praxis sind nach wie vor äußerst begrenzt. Dennoch gibt es immer mehr Hinweise auf das Potenzial von Cannabinoiden gegen entzündliche Hautkrankheiten, einschließlich Psoriasis und Neurodermitis, und Autoimmunerkrankungen wie Sklerodermie, die durch Entzündung und Fibrose gekennzeichnet sind.

Sind Cannabinoide in der Lage die Haut zu heilen

Psoriasis

Psoriasis ist eine der häufigsten chronisch entzündlichen Hauterkrankungen. Es ist gekennzeichnet durch Hyperproliferation und Ausscheidung von Keratinozyten, die sich aus der Infiltration von T-Zellen und Neutrophilen und der Aktivierung von dendritischen Zellen und Makrophagen ergeben. Obwohl die Pathogenese der Psoriasis noch nicht vollständig verstanden ist, gibt es solide Hinweise darauf, dass die Deregulierung der Immunzellen in der Haut, insbesondere der Th1- und Th17-Zellen, eine entscheidende Rolle bei der Entstehung der Psoriasis spielt.

Atopische Dermatitis

Die atopische Dermatitis (AD) ist die häufigste chronisch entzündliche Erkrankung der Haut. Die Auslösung und das Fortschreiten der Erkrankung wird durch das Zusammenspiel von genetischen, ökologischen und immunologischen Faktoren induziert. Zu den klinischen Merkmalen von AD gehören Trockenheit der Haut durch Verlust der epidermalen Barriere, Erythem, Exsudation, Schorf und Lichenifikation. Außerdem ist AD durch starken Juckreiz gekennzeichnet, der zu häufigem Kratzen und einer Infektion mit Staphylokokken führt.

Es gibt keine Heilung für AD und die Hauptziele der Behandlung sind die Verringerung der Symptome (Juckreiz und Dermatitis), die Vermeidung von Exazerbationen und die Minimierung des Risikos einer Hautinfektion.

Mittlerweile sind zahlreiche para-pharmazeutische Präparate auf Basis von Öl aus Cannabis, für die Therapie von AD erhältlich. Trotz der irreführenden Werbung, die häufig für die Vermarktung solcher Produkte verwendet wird, enthält Hanfsamenöl keine Cannabinoide oder andere bioaktive phenolische Verbindungen, und seine therapeutische Wirkung geht nicht über die eines anderen Präparats hinaus, das mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthält und die Hautfeuchtigkeit fördert.

Die antibakterielle Wirkung von Cannabis-Präparaten und Phytocannabinoiden ist seit Jahrzehnten bekannt, obwohl erst in jüngster Zeit die antibakterielle Wirkung der Cannabinoide THC, CBD, CBG und ihrer Vorläufer (Säureformen) gegen methicillinresistente Staphylokokken nachgewiesen wurde.

Man nimmt an, dass CBD und andere Arten von Verbindungen interagierende synergistische Effekte haben. Obwohl der Gehalt an Cannabidiol und anderen Verbindungen je nach Pflanzensorte variiert, kann man CBD aufgrund ihrer entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften ein enormes Potenzial zur Behandlung von AD zusprechen.

Kann CBD gegen Krankheiten auf der Haut helfen

CBD und fibrotische Hautkrankheiten

Systemische Sklerodermie (SSc) ist eine seltene Autoimmunerkrankung, die drei Hauptmerkmale aufweist: Dysfunktion von Fibroblasten, die zu einer Zunahme der Ablagerung von Proteinen aus der extrazellulären Matrix führt. SSc zeichnet sich durch eine fortschreitende Verdickung und Fibrose der Haut aus, die auf eine übermäßige Anhäufung von Kollagen zurückzuführen ist, die sich auf die Haut beschränken kann. Neueste Erkenntnisse zeigen, dass die genetische und pharmakologische Manipulation des Endocannabinoidsystems die fibrotische Reaktion moduliert.

Kann Cannabidiol Ihre Hautprobleme lösen?

Es gibt bereits eine Vielzahl von Cannabidiol-basierten Hautprodukten auf dem Markt, von Augenserum bis Gesichtscreme, obwohl es nicht viel Forschung gibt, die zeigt, dass sie funktionieren.

Im Grunde genommen sind die Sicherheitsbedenken für diese CBD-Produkte gleich Null.

Während es noch nicht klar ist, wie man CBD und andere Cannabisverbindungen am besten gegen Krankheiten wie Akne, Rosacea und Ekzemen einsetzt, hat die Forschung schon jetzt gezeigt, dass das Produkt sicher ist.

Viele CBD-Hautprodukte – insbesondere wenn sie rezeptfrei verkauft werden, haben, im Gegensatz zu einer zugelassenen Apotheke – kaum genügend aktive Cannabinoide, um eine große Wirkung zu erzielen. Glücklicherweise sind dies nur der Anfang. CBD und THC sind die beiden Verbindungen, von denen wir am meisten wissen, aber es gibt Hunderte von aktiven Chemikalien, die aus der Cannabispflanze stammen.

Cannabinoide wurden erstmals in der Cannabispflanze nachgewiesen. Aber Experten erkennen jetzt, dass viele dieser gleichen Chemikalien natürlich im menschlichen Körper produziert werden. Zudem können sie auch synthetisch in einem Labor hergestellt werden.

Einige Mediziner untersuchen die Wirkung von CBD auf Hautkrebszellen. Diese Cannabinoidmoleküle haben die Fähigkeit, viele verschiedene Arten von Krebszellen zum Sterben zu bringen. Insbesondere scheinen bestimmte Cannabinoide eine Form von Stress auszulösen, die Krebszellen abtötet und gleichzeitig normale Zellen schont.

CBD ist ein großartiger Kandidat für die Behandlung einiger aggressiver Krebsarten, einschließlich Melanom. Es ist noch eine Menge Forschung on Nöten, aber die Basis stimmt.

Während cannabisbasierte Krebstherapien wahrscheinlich noch weit entfernt sind, wird erwartet, dass die ersten CBD- oder Cannabinoid-basierten verschreibungspflichtigen Hautbehandlungen auf Autoimmunerkrankungen abzielen, für die es derzeit keine guten Optionen gibt.

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