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Kann CBD Leberschäden hervorrufen?

Von Cornelius De Luca | Aktualisiert:

Cannabidiol (CBD) hat sich in den letzten Jahren einen Ruf als sicherer, therapeutischer Teil der Cannabispflanze aufgebaut. Aber verdient es diesen Ruf auch wirklich? Oder setzen sich die Anwender von CBD-Produkten unwissentlich der Gefahr aus, schädliche Nebenwirkungen zu entwickeln? Hierzu gibt es neue Forschungsergebnisse.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Zunächst einmal wurde die Studie an Mäusen und nicht an Menschen durchgeführt. Während die meisten Mäuse CBD weitgehend vertrugen, zeigten Mäuse mit den höchsten Dosen – ein menschliches Äquivalent von 200 Milligramm (mg) CBD – deutliche Anzeichen einer Lebergiftigkeit, fanden die Forscher.

Obwohl (eine Dosis von) 200 mg nicht auf die meisten realen Szenarien anwendbar ist, liefert sie kritische Informationen über die möglichen Folgen einer CBD-Überdosis sowie über Dosen, die für weitere subchronische und chronische Toxizitätsstudien benötigt werden, schreiben die Autoren, die in der Zeitschrift Molecules veröffentlicht werden.

Das klingt potenziell gefährlich, aber die meisten Experten sagen, dass es noch keinen Grund zur Panik gibt.

Während Experten darauf hinweisen, dass Patienten darüber informiert werden müssen, was sie einnehmen und was die Risiken sein können, ist die Menge an CBD, der die Tiere ausgesetzt waren, weitaus höher als die der meisten Menschen.

Wie die Studie sagt, wurden die gewählten Dosen so berechnet, dass sie das Mausäquivalent der maximal empfohlenen menschlichen Dosis widerspiegeln. Aber hier war die Dosis, die der maximalen menschlichen Dosis entsprach, tatsächlich immer die niedrigste der CBD-Dosen in jedem Experiment (246 mg/kg bzw. 61,5 mg/kg).

Die anderen Dosierungen wurden so gewählt, dass sie 3x und 10x der maximal empfohlenen Dosis für Epidiolex beim Menschen widerspiegeln.

Epidiolex ist ein spezifisches verschreibungspflichtiges Medikament zur Behandlung von Epilepsien.

Was sagen Experten zu der Studie?

Dr. Thinh Vo, Direktor für Qualität und Compliance bei Koi CBD, einem Anbieter von laborzertifizierten CBD-Produkten, sagt, dass CBD-Anwender sich im klaren darüber sein sollten, dass sich Mäuse und Menschen ziemlich von einander unterscheiden.

Mäuse und Menschen können praktisch die gleichen Gene teilen, aber wir sind physiologisch unterschiedlich. – Dr.Thinh Vo.

Darüber hinaus sagte er: Die Extrapolation dieser Forschung zeigt bei der empfohlenen maximalen Tagesdosis von 20 mg/kg keine negativen Auswirkungen auf den Menschen. Die 3- bis 10-fache Menge, welche den Mäusen verabreicht wurde, entsprach in Relation der Menge von 1.300 mg CBD pro Tag – für einen Erwachsenen mit einem Gewicht von 150 Pfund!

Dies entspricht einer signifikant höheren Dosis, bei einem „normalen“ CBD-Öl-Anwender. Die meisten Menschen liegen im Bereich von 10 bis 80 mg pro Tag, mit gelegentlich etwas höheren Dosen gegen Schlaflosigkeit.

Hochdosiertes CBD – Müssen wir uns Sorgen machen?

Es ist wahr, dass CBD in extrem hoher Dosierung tatsächlich zu einer Hepatotoxizität führen kann. Da jedoch in beiden Versuchen bei der niedrigsten Dosis keine Anzeichen einer sichtbaren Lebervergiftung festgestellt wurden, bedeutet dies, dass Epidiolex und andere CBD-Präparate mit einer ähnlichen empfohlenen Dosis immer noch sicher sind.

Die Epidiolex-Verpackung enthält einen Warnhinweis, dass Menschen, die andere Medikamente einnehmen, die die Leber schädigen können oder bereits bestehende Leberschäden aufweisen, die Einnahme von Epidiolex nur in geringen Dosen in Betracht zu ziehen oder das Produkt nicht zu verwenden.

Sind Cannabinoide schädlich für deine Leber

Experten glauben nicht, dass die Ergebnisse der veröffentlichten Studie eine unmittelbare Gefahr für Menschen darstellt, die derzeit CBD-Medikamente einnehmen oder CBD-Produkte verwenden.

Stattdessen sind sie der Ansicht, dass diese Forschung eine weitere Untersuchung des Sicherheitsprofils von CBD in verschiedenen Dosen fördern und sicherstellen sollte. Diejenigen, die CBD-Produkte auf den Markt bringen, sollten überprüfen, ob ihre beworbenen Dosierungen für den langfristigen Gebrauch sicher sind.

Die alarmierende CBD-Lebensschadenstudie ist eine komplette Übertreibung. Die Medien sollten es besser wissen.

Fazit

Die Berichterstattung, welche vor allem durch das amerikanische Magazin Forbes große Wellen schlug, konzentriert sich auf eine einzige, fehlerhafte, präklinische Studie und übertreibt sie bis zur Unwahrheit. Eine genaue Untersuchung der Molecules-Studie zeigt, dass diese fast schon als Büchse der Pandora zitiertes Ergebnis, einen unvernünftigen experimentellen Forschungsaufbau enthält.

Das größte Problem mit der Studie ist, dass genau wie in einer Rhesus-Affen-Studie von 1974, die verabreichte Dosis astronomisch hoch war.

Man sollte generell vorsichtig sein, wenn man versucht, Ergebnisse von Tierstudien auf den Menschen zu übertragen. Unterm Strich sind sich die Experten einig: Der therapeutische Bereich von CBD ist im Allgemeinen sicher. Toxizität bei hohen Dosen ist ein Problem, welches auch bei den meisten anderen Medikamenten der Fall ist.

Du solltest Dich vor dem Kauf von CBD gut über das Produkt und die Dosierung informieren und dich gegeben falls mit Deinem Hausarzt auseinandersetzen, um auf Nummer sicher zu gehen.

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Quellen:

  • Schematische Darstellung und Unterschiede von Zentralvenen-Läppchen (Lobulus) zu Leberazini
  • Renate Lüllmann-Rauch: Histologie. Verstehen – Lernen – Nachschlagen. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Was sind Leberwerte, wann werden Sie gefährlich und wie werden Sie behandelt? Abgerufen am 22. März 2019. [Sie statt sie im Original.]
  • Meyers Kleines Lexikon, 9. Auflage, Band 2, Bibliographisches Institut, Leipzig 1933, S. 1359.
  • Günter Thiele (Hrsg.): Handlexikon der Medizin, Urban & Schwarzenberg, Band 4 (L–Z); München, Wien, Baltimore ohne Jahr, S. 2194.