Nicht jedes Haschisch ist gleich: Ein kurzer Vergleich

Von Cornelius De Luca |
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Haschisch ist nicht gleich Haschisch. Je nach Herstellung kann es trocken und bröselig, weich und klebrig oder fest und kompakt sein. Auch Farbe, Aroma und Verhalten bei Wärme können sich unterscheiden. Der Grund dafür liegt vor allem darin, wie das Harz der Cannabispflanze gewonnen und anschließend verarbeitet wird.

Bild von Hakuna Matata auf Pexels

Nach welchen Kriterien wird Haschisch verglichen?

Bei der Bewertung kommt es nicht nur auf den Gehalt an Cannabinoiden an. Auch die Größe der sogenannten Trichome spielt eine Rolle. Dabei handelt es sich um die kleinen Harzdrüsen auf der Oberfläche der Cannabispflanze. Sie enthalten unter anderem Cannabinoide und Terpene.

Die Größe der Partikel wird in Mikrometern (µm) angegeben. Vereinfacht gesagt: Je nach Größe können unterschiedlich viele Harzdrüsen und Pflanzenreste enthalten sein.

  • 90–120 µm: enthält vor allem reife Harzdrüsen und kann die Grundlage für besonders gut schmelzendes Material bilden
  • 73 µm: sehr feine Fraktion, die bei entsprechendem Ausgangsmaterial besonders rein sein kann
  • 160–190 µm: enthält neben Harzdrüsen meist auch mehr Pflanzenmaterial
  • 25–45 µm: sehr kleine Partikel, die unter anderem unreife Harzdrüsen und Pflanzenreste enthalten können

Ein weiteres Kriterium ist das „Melt Rating“. Die Skala von einem bis sechs Sternen zeigt, wie gut das Material bei Hitze schmilzt und wie viele Rückstände dabei entstehen. Je mehr Sterne, desto besser das Schmelzverhalten – über die Qualität des Produkts insgesamt sagt die Bewertung aber nicht automatisch etwas aus.

Auch die Farbe ist kein eindeutiges Qualitätsmerkmal. Dunkleres Material kann zum Beispiel durch natürliche Alterung oder die Lagerung entstehen.

Sieb, Eis und Druck

Die verschiedenen Sorten unterscheiden sich vor allem durch ihre Herstellung.

Beim Dry Sift wird getrocknetes Pflanzenmaterial gesiebt. Dabei lösen sich die kleinen Harzdrüsen von den Blüten und werden gesammelt. Durch weitere Siebvorgänge kann das Material zusätzlich gereinigt werden.

Static Sift funktioniert ähnlich. Hier wird zusätzlich eine elektrische Ladung genutzt, um Harzdrüsen besser von Pflanzenresten zu trennen. So lässt sich das Material weiter reinigen.

Bei Bubble Hash kommt Eiswasser zum Einsatz. Das Pflanzenmaterial wird stark gekühlt und anschließend im Wasser bewegt. Dadurch lösen sich die spröden Harzdrüsen leichter ab. Sie werden anschließend mit speziellen Filtersieben vom Pflanzenmaterial getrennt und getrocknet.

Rosin wird dagegen mithilfe von Wärme und Druck hergestellt. Das Ausgangsmaterial wird zwischen beheizten Platten gepresst, sodass das enthaltene Harz austritt. Temperatur und Dauer des Pressvorgangs beeinflussen dabei unter anderem Konsistenz und Aroma.

Auch die Terpene können durch Wärme beeinflusst werden. Entscheidend ist dabei nicht nur, wie heiß das Material wird, sondern auch, wie lange es der Wärme ausgesetzt ist.

Reifung statt Erhitzen

Piatella unterscheidet sich von diesen Verfahren vor allem durch die anschließende Reifung. Das Material wird über längere Zeit unter kontrollierten Bedingungen gelagert. Dadurch verändert sich seine Konsistenz.

Das Ergebnis wird häufig als weich und cremig beschrieben. Während Rosin innerhalb kurzer Zeit durch Wärme und Druck entsteht, ist bei Piatella die längere Reifephase ein wesentlicher Bestandteil des Verfahrens.

Warum traditionelles Haschisch anders bewertet wird

Traditionelles Haschisch aus Marokko, Afghanistan oder dem Libanon lässt sich nicht ohne Weiteres mit modernen Produkten vergleichen. Das „Melt Rating“ wurde vor allem für moderne Extrakte entwickelt und bewertet deren Verhalten bei starker Erhitzung. Traditionelle Produkte werden dagegen nach anderen Kriterien hergestellt und beurteilt.

  • Marokko: Getrocknete Pflanzenteile werden traditionell gesiebt und anschließend durch Druck und Wärme verarbeitet.
  • Afghanistan: Kif wird weiterverarbeitet und durch Druck und Wärme zu einer weicheren Masse geformt.
  • Libanon: Gesiebtes Pflanzenmaterial wird traditionell zu Platten gepresst.

Indisches Charas wird auf eine andere Weise gewonnen. Das Harz wird traditionell direkt von lebenden Pflanzen gesammelt. Bei der Bewertung spielen daher eher Aroma, Konsistenz und Herkunft eine Rolle als die Partikelgröße oder das Melt Rating.

Ein traditionelles Produkt, das stärker verbrennt und weniger schmilzt, ist deshalb nicht automatisch schlechter. Es wurde schlicht nach einem anderen Verfahren hergestellt und für einen anderen Verwendungszweck entwickelt.

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick

Die Herstellung bestimmt wesentlich, welche Eigenschaften eine Haschisch-Variante später hat. Dry Sift und Static Sift werden durch Sieben beziehungsweise zusätzliche Reinigung gewonnen. Bei Bubble Hash kommt Eiswasser zum Einsatz, Rosin wird mit Wärme und Druck hergestellt. Piatella erhält seine besondere Konsistenz vor allem durch eine längere Reifephase.

Wer Haschisch kaufen möchte, sollte deshalb nicht nur auf die Bezeichnung, sondern auch auf Herstellungsverfahren, Konsistenz und Zusammensetzung achten. Laborberichte können zusätzlich zeigen, welche Cannabinoide enthalten sind und ob Verunreinigungen festgestellt wurden.

Bei Produkten mit neuartigen Cannabinoiden wie T9HC ist außerdem eine genaue rechtliche Betrachtung erforderlich. Der THC-Gehalt und der rechtliche Status eines anderen Cannabinoids sind nicht dasselbe. Ein THC-Grenzwert lässt daher allein keinen Rückschluss darauf zu, ob ein Produkt insgesamt legal ist.

Ob ein Cannabinoid rechtlich zulässig ist, hängt unter anderem davon ab, ob es unter das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) fällt. Da sich die gesetzlichen Regelungen verändern können, sollte die aktuelle Rechtslage berücksichtigt werden.

Rechtslage: Stand September 2026

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Cornelius De Luca

Hey! Mein Name ist Cornelius De Luca. Ich bin seit 2016 Teil des CBD360 Teams und fungiere als Chefredakteur. Vor ein paar Jahren bin ich aufgrund von gesundheitlichen Problemen mit dem Thema CBD in Berührung gekommen und setze mich seither leidenschaftlich mit dem Wirkstoff auseinander. Zu meinen Interessen zählen neben dem Schreiben auch Fitness, Persönlichkeitsentwicklung, Psychologie und Podcasts.