CBD Immunsystem

Wirkt CBD positiv auf unser Immunsystem? Was ist der aktuelle Stand der Forschung?

Von Cornelius De Luca | Aktualisiert:

Dass CBD einige, erstaunliche Wirkungsweisen im Körper aufweist, ist beinahe unumstritten. Eine Vielzahl von Studien und Erfahrungsberichten legen diverse positive Effekte auf unser Wohlbefinden, Stress und Schlaf nahe. Doch kann CBD auch das Immunsystem stärken?

CBD Immunsystem

In diesem Artikel erfährst du, wie das Immunsystem funktioniert, wofür wir es brauchen und wie CBD auf das System einwirken kann.

Wir haben uns dazu aktuelle Forschungsberichte durchgelesen und den Zusammenhang zwischen Endocannabinoid- und Immunsystem genau unter die Lupe genommen.

Außerdem findest du am Ende des Artikels Tipps zur Anwendung und Dosierung, sowie eine kleine Produktauswahl, die uns überzeugt.

Wie funktioniert unser Immunsystem?

Unser Immunsystem ist ein natürliches Schild, welches uns vor den Gefahren des Alltags schützt. Bakterien, Viren und Pilze sind ein ständiger Gefahrenherd und viele von ihnen würden ohne das Immunsystem unseren Organismus schon nach kurzer Zeit schädigen und schwerwiegende Krankheiten verursachen.

Glücklicherweise hat sich die Evolution etwas dagegen überlegt und uns mit einem Grundschutz (der sogenannten unspezifischen Immunabwehr) und einem anpassbaren Schutz (auch spezifische Immunabwehr genannt) ausgestattet.

Der unspezifische Schutz ist uns angeboren und reagiert auf Eindringlinge von außen. Körperfremde Substanzen und Krankheitserreger werden automatisch erkannt und zerstört. Dabei nutzt es sowohl physikalische (zum Beispiel unsere Haut), als auch chemische Barrieren (zum Beispiel Enzyme und Säuren).

Der spezifische Schutz hingegen reagiert auf unsere Umwelt und passt sich der jeweiligen Situation in der wir uns befinden an. So bauen wir einen natürlichen Schutz gegen bestimmte Bakterien- und Virenstämme auf, denen wir schon begegnet sind.

Wir Menschen nutzen diesen Prozess sogar gezielt aus. Bei der aktiven Impfung injizieren wir abgeschwächte Erreger um den Körper selbständig Antikörper produzieren zu lassen.

Wie entstehen Entzündungen?

Zeigen die physischen und chemischen Barrieren in erster Instanz keine Wirkung, kommt es zu einer Infektion. Diese bekämpft der Körper mit Entzündungen.

Normalerweise produzieren wir dabei auch eine Reihe an Plasmaproteine, welche die Entzündung wieder eindämmen. Der Körper reguliert sich also selbst.

Nicht so bei Menschen mit einer Immunschwäche. Diese reagieren zu sensibel auf die Umwelteinflüsse und Antworten auch in Bagatellfällen mit Entzündungen. Halten diese an und flammen immer wieder auf, spricht man von chronischen Entzündungen, welche starke Schmerzen verursachen können.

So weit so gut. Nun wissen wir was das Immunsystem ist und wie dieses im Zusammenhang mit Entzündungen steht. Tauchen wir nun weiter in die Materien ein und werfen einen Blick auf CBD.

Wie wirkt CBD?

Um zu verstehen, wie CBD auf das Immunsystem wirkt, müssen wir uns erst die Funktionsweise von Cannabidiol allgemein vor Augen führen. Die meisten Säugetiere besitzen nämlich ein sogenanntes Endocannabinoid-System, welches wiederum aus einer Unzahl an Rezeptoren besteht. 

Selbst produzierte Cannabinoide aktivieren und blockieren diese Rezeptoren und regulieren damit einige wichtige Körperfunktionen.

Von außen zugeführtes CBD steigert indirekt die Cannabinoid Konzentration und hat damit Einfluss auf System wie Herzschlag, Blutdruck, Emotionen und das Nervensystem.

Auch wenn sich die meisten Studien noch am Beginn der Forschung befinden, wissen wir aus kleineren Experimenten, Fallstudien und Erfahrungswerte, dass CBD unter anderem Stress reduzieren,(1)Khalid A. Jadoon, A single dose of cannabidiol reduces blood pressure in healthy volunteers in a randomized crossover study, JCI Insight. 2017 Schmerzen lindern(2)Eva Martín-Sánchez et al., Systematic Review and Meta-analysis of Cannabis Treatment for Chronic Pain, 2009, Pain Medicine und vielleicht auch einen positiven Effekt auf das Immunsystem haben kann.

Ob das stimmt, sehen wir uns im nächsten Kapitel an.

CBD Wirkung auf das Immunsystem

Wie wirkt CBD auf das Immunsystem?

Ob CBD sich positiv oder negativ auf das Immunsystem auswirkt, wird immer wieder heiß diskutiert. Der momentane Stand der Forschung lässt aber eher vermuten, dass die positiven Effekte überwiegen. Sehen wir und die Ergebnisse im Detail an.

  • Verbesserter Schlaf: Im Kampf gegen Bakterien, Viren und Co. braucht auch unser Immunsystem manchmal eine Pause um sich zu regenerieren. CBD fördert gemäß Untersuchungen eine gesunde Nachtruhe und lässt uns schneller und tiefer schlafen. Wer erholter in den Tag startet, entlastet auch sein Immunsystem und schützt vor Infektionen.
  • Wirkung auf das zentrale Nervensystem: Auch im zentralen Nervensystem findet man CB1- und CB2-Rezeptoren. Bevor eine Entzündung entsteht, werden von diesem Proteine (speziell der Signalstoff Zytokine) produziert. Das Endocannabinoid-System zerstört diese und könnte damit dazu beitragen, dass Entzündungen erst gar nicht entstehen.
  • CBD zerstört freie Radikale: Kämpft der Körper aber bereits mit einer Entzündung, dann hat CBD noch einen anderen wichtigen Effekt. Es fängt und tötet freie Radikale, aggressive Sauerstoffmoleküle, welche bei einer Entzündung entstehen und die Zellen angreifen. Sie sind mitverantwortlich für bestimmte Krankheiten wie Arthritis oder Krebs. Anzumerken ist hier, dass freie Radikale auch positive Eigenschaften haben und mithelfen können Krankheitserreger zu unterdrücken. Ein Überschuss ist aber schädlich.
  • Der individuelle Gesundheitszustand: Schlussendlich ist ein allgemein guter Gesundheitszustand auch essentiell für die optimale Funktion des Immunsystems. Der positive Einfluss von CBD auf das Herz-Kreislaufsystem, das Allgemeine Wohlbefinden und auf Stress und Ängste können dabei helfen, besser auf die Gefahren des Alltags reagieren zu können.(3)Corroon J, Phillips JA. A Cross-Sectional Study of Cannabidiol Users. Cannabis Cannabinoid Res. 2018

CBD und Autoimmunerkrankungen: Wie kann der Wirkstoff helfen?

Studien weisen darauf hin, dass CBD besonders bei Autoimmunerkrankungen einen positiven Effekt haben kann. Darunter Krankheiten wie Morbus Crohn oder Multiple Sklerose.

Bei einer Autoimmunkrankheit richtet sich das Immunsystem gegen körpereigene Substanzen und zerstört diese. Medikamente, welche zur traditionellen Behandlung eingesetzt werden, helfen zwar aber schwächen auch die Funktion des Immunsystems.

CBD kann nach Einschätzung von Medizinern und Wissenschaftlern bei folgenden Krankheiten helfen:

  • Hauterkrankungen: Cannabidiol fängt freie Radikale und hemmt Entzündungen, welche auch oft das größte Organ des Menschen angreifen. So kann CBD einen positiven Einfluss auf Akne, Schuppenflechte oder Neurodermitis haben(4)Olah A et al., Differential effectiveness of selected non-psychotropic phytocannabinoids on human sebocyte functions implicates their introduction in dry/seborrhoeic skin and acne treatment. Exp Dermatol, 2016
  • Multiple Sklerose: Bei MS breiten sich Entzündungen im Gehirn auch auf das zentrale Nervensystem aus. Die Folgen sind Schmerzen, Müdigkeit und Lähmungen. CBD wird in England bereits in einem Medikament für MS-Patienten getestet und soll für der Bekämpfung der Symptome dienen und mehr Lebensqualität schaffen(5)Marinelli L et al. The effect of cannabinoids on the stretch reflex in multiple sclerosis spasticity. Int Clin Psychopharmacol. 2016
  • Darmerkrankungen: Erkrankungen des Darmtraktes (zum Beispiel Morbus Crohn) haben ihren Ursprung oft ebenfalls in Entzündungen. Zudem schränkt die Anwendung von CBD die Darmmotilität ein, welche zu Krämpfen und Schmerzen führen kann(6)Irving PM et al. A Randomized, Double-blind, Placebo-controlled, Parallel-group, Pilot Study of Cannabidiol-rich Botanical Extract in the Symptomatic Treatment of Ulcerative Colitis. Inflamm Bowel Dis. 2018
  • Stress: Übermäßiger Stress ist ebenfalls oft die Ursache eines geschwächten Immunsystems. Mit CBD könnte man demnach schon die Wurzel des Übels bekämpfen. Erfahrungsberichte zeigen, dass sich die Konsumenten von Cannabidiol oft viel entspannter und weniger gestresst fühlen
  • Krebs: Tatsächlich wird auch ein positiver Effekt bei der Behandlung von Krebs diskutiert. Viele Experten sind sich hier zumindest einig, dass Cannabidiol die Wirkung der Strahlentherapie unter Umständen verbessern kann. Zudem kann CBD die Symptome wie Angst, Depressionen und Schmerzen lindern(7)Liang C et al. A population-based case-control study of marijuana use and head and neck squamous cell carcinoma. Cancer Prev Res (Phila Pa) 2009

Wie sieht der aktuelle Stand der Forschung aus?

Wir haben es ja schon kurz angerissen, dass sich die Forschung noch in einem Anfangsstadium befindet und die Aussagen mehr auf kleine Fallstudien und Erfahrungen beziehen. Leider gestaltet sich eine tiefergehende Forschung aufgrund der rechtlichen Restriktionen als schwierig.

Momentan geht man davon aus, dass von außen aufgenommenes CBD die Produktion von Enzymen hemmt, welche Cannabinoide zerstöre. Damit hat das Endocannabinoid-System die Möglichkeit mehr und effektiver vor allem das Cannabinoid Anandamid zu produzieren.

Dieses wiederum hat einen positiven Einfluss sowohl auf die Bildung von neuen Nervenzellen (Neurogenese) und verhindert den Funktionsverlust bestehender Nervenzellen (Neurodegeneration).

Bitte beachte, dass CBD trotz der vielen ersten positiven Studien und Erfahrungsberichte von langfristigen Studien noch nicht 100% belegt werden konnte. Mehr zum aktuellen Stand der Forschung findest du übrigens auf unserer Studienseite zu CBD.

Schutz des Immunsystems

Wie verwende ich CBD präventiv zum Schutz des Immunsystems?

Du musst nicht unbedingt bereits krank sein, um CBD nutzen zu können. Denn es zeigt sich, dass das Cannabidiol auch als präventive Maßnahme eine gute Wirkung erzielt. Dafür gibt es verschiedene Einnahmeformen, welche alle gewisse Vor- und Nachteile haben.

Die populärsten Methoden sind wohl:

  • Sublingual: Unter die Zunge verabreicht wird das CBD über die Schleimhäute aufgenommen und wirkt hier in etwa 10 Minuten. Diese Methode stellt einen guten Kompromiss aus Handling, schnelle Einwirkzeit und langanhaltende Wirkung dar.
  • Oral: Hier wird das Cannabidiol über den Magen in den Blutkreislauf abgegeben. Auch wenn es eine Stunde oder länger dauern kann, bis der Effekt eintritt, ist die Wirkungsdauer mit bis zu 8 Stunden doch unschlagbar.
  • Inhalation: Für den akuten Einsatz ist die Inhalation am besten geeignet. Der Wirkstoff wird über die Lungenbläschen in Sekunden an den Blutkreislauf übermittelt.

Wie viel man dabei zu sich nehmen sollte, hängt von dir, deinen körperlichen Voraussetzungen und dem Anwendungszweck ab. Als Erstanwender solltest du mit wenig beginnen und dich dann langsam an deine optimale Dosis herantasten (etwa 0,5 bis 20 Milligramm pro Tag).

Zur Prävention von Krankheiten und Stärkung des Immunsystems reichen meist kleine Dosierungen. Bereits bestehenden Krankheiten hingegen, begegnet man mit einer größeren Dosis.

Experten gehen davon aus, dass Autoimmunerkrankungen meist eine Dosis von 100mg CBD täglich erfordern.

Fazit

Unser Immunsystem ist sehr komplex aber noch viel hilfreicher. Ohne dieses würden wir nicht besonders lange überleben. Leider wissen wir noch verhältnismäßig wenig über den Zusammenhang zwischen dem Endocannabinoid-System und dem Immunsystem.

Vieles was wir wissen, deutet aber auf eine positive Wirkung, sowohl in der Prävention als auch bei bestehenden Erkrankungen, hin.

Hast du noch Fragen oder Anregungen zu diesem Thema? Hast du selbst bereits Erfahrungen mit CBD gemacht, die du teilen möchtest? Schreibe uns doch gerne einen Kommentar unter diesem Artikel.  

Quellen   [ + ]